Das verschollene Schiff

Das verschollene Schiff
Eine Seegeschichte von Friedrich Meister

 

Heinrich Rohrpenn heuert als dritter Steuermann auf einem Hamburger Handelsschiff an. Ziel ist das australische Melbourne. Doch die Reise verzögert sich auf ungeahnte Weise. Piraten kapern das Schiff und Heinrich hat gemeinsam mit seinen Kameraden spannende Abenteuer zu bestehen, bis er wohlbehalten in seine Heimat zurückkehren kann.

 

Aus dem Inhalt:

Wer einmal in Hamburg war, den zieht es immer wieder in die alte, schöne Hafenstadt. Die neue Zeit hat ihr zwar manche ihrer ehrwürdigen und romantischen Eigenheiten genommen, aber den Hauch jener kernigen Zeit, in der die stahlgepanzerten Hanseaten auf ihren kriegstüchtigen Koggen den Vitalienbrüdern Gödeke, Störtebeker und anderen Feinden, siegreiche Schlachten lieferten und ruhm- und beutereich wieder auf der Elbe vor Anker gingen, diesen Hauch spürt heute noch jeder, der den mächtigen Strom überschaut und die alten Stadtteile längs des Hafens durchwandert.

Nicht wenig trägt auch dazu das hamburgische Plattdeutsch bei, das einem auf Schritt und Tritt in den Ohren klingt. Dasselbe Plattdeutsch, das hier schon vor Jahrhunderten gesprochen wurde.

 

Prächtig ist die Elbstadt in ihren modernen Teilen. Anmutig spiegeln sich die stattlichen Patrizierhäuser und die von Gärten und Parks umgebenen freundlichen Villen in den stillen Fluten der Binnen- und Außenalster. Vielgestaltig und eigenartig ist das wimmelnde Volk auf den Plätzen und Straßen. Interessant ist der Blick auf die schmalen Fleete, an denen die altersgrauen, hohen Speicher stehen.

 

Die eigentliche Besonderheit der Stadt aber ist das Hamburg an der Elbe, der Stadtteil am Hafen, wo vor den Häusern der Schiffsmakler und Schiffshändler, vor den zahlreichen kleinen Wirtschaften und Tavernen, sich die verschiedenartigen Völkertypen, repräsentiert durch Kapitäne, Steuerleute und Matrosen, hin und her bewegen.

An der unmittelbar am Hafen gelegenen Straße reiht sich Flaggenstock an Flaggenstock. Niedrige, eiserne Kräne dienen dem kleinen Schiffsverkehr. Auf dem Strom selbst liegen unabsehbare Reihen von Seeschiffen, deren Masten wie ein Wald zum Himmel ragen und mit ihrem Takelwerk ein schier unentwirrbares Gewebe zu bilden scheinen.

 

Vom großen Frachtdampfer bis zum kleinen Fischer-Ewer sind hier alle Schiffsgattungen vertreten. Schuten und hier und da ein Elbkahn liegen den Schiffen zur Seite, die entweder Ladung aus ihnen empfangen oder an sie abgeben. Kleine, schnelle Schlepp- und Fährdampfer schießen ab und zu durch die Schiffsreihen. Ihr schrilles Pfeifen mischt sich mit dem dumpfen Geheul der gewaltigen Seedampfer, die brausend flussabwärts fahren oder von der Außenelbe heraufkommen.

 

Es ist ein so reiches und wechselvolles Bild, dass man sich daran kaum sattsehen kann, vor allem wenn man seinen Standpunkt auf einem der Pontons bei St. Pauli hat, von wo aus man einerseits den ganzen Hafen und die zahlreichen großen Schiffswerften, Docks und Maschinenfabriken von Steinwerder und Reiherstieg sieht und hinter sich die Deutsche Seewarte und das Seemannshaus auf der Elbhöhe hat. Auf der anderen Seite schaut man nach Altona hinaus auf den sich breit ausdehnenden Spiegel des herrlichen Stromes, auf dem - je nach dem Stand der Gezeiten - ganze Flotten von Segelschiffen vor Anker liegen oder in Bewegung sind.

 

Hell leuchten die weißen Segel der Vollschiffe, der Barken, Briggs und Schoner in die blaue Luft hinaus, im Gegensatz zu der lohfarbenen, braunen und roten Leinwand der Ewer, Galioten und Tjalken und den dunklen Rauchmassen aus den Schloten der Dampfer, die zeitweise die Aussicht mit einem Schleier verdecken.

 

168 Seiten

ISBN-13: 978-3-7412-0760-0

ISBN-13: 978-3-7412-4465-0

 

Als Taschenbuch (12,80 €) und als eBook (2,99 €) erhältlich.

 

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